Als Zeugin in einem Aufsehen erregenden Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag berichtet Hava, eine Überlebende des Genozids und Mutter von Srebrenica, von Krieg, Gewalt und dem schrecklichsten aller menschlichen Abgründe: dem Massenmord.
Doch ist es mehr als nur ein Bericht über das Unvorstellbare: Hava erzählt auch die Geschichte einer Frau in Bosnien und Herzegowina, die inmitten von Zerstörung und Verlust um ihr Leben, ihre Identität und ihre Wahrheit kämpft. In dieser erschütternden Suche nach Gerechtigkeit erwächst eine Freundschaft, die ihr unerwartet Kraft gibt, aber auch zu einem Spiegelbild ihrer eigenen Zerrissenheit wird: Wie lange kann man an einem Leben festhalten, wenn die grausame Wahrheit das Letzte ist, was einem bleibt?
Faruk Bešić hat in Archiven und an den Schauplätzen des Schreckens vor Ort recherchiert, um seinen Roman zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Gemisch aus allem: Erinnerungen, erinnerten Erinnerungen und Fiktionen. Zwischen Fakten und Fiktion schwanken seine Aufzeichnungen, und sie eröffnen sich der Leserschaft auch durch seine künstlerische Gestaltung: Als ein kollektives Zeugnis, das mindestens so erfunden wie authentisch ist, fungiert Blauemina als ein kreativer Erinnerungsspeicher, ein fiktives Gedächtnisarchiv, das die Leserschaft auf eine grausame Erinnerungsreise mitnimmt.
Der Roman enthält Kunstwerke und Fotografien des Künstlers und ist erhältlich unter: https://www.sicverlag.com/shop/p/blauemina
